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25.10.2009
Amüsantes

25/7


25/7

Ein akkurater Dom plant immer im Voraus. Er weiß genau, wann seine Sub Mittagspause hat, wann sie Urlaub hat, wann sie auf Klo geht. Minutiös und perfide organisiert er jede einzelne Stunde ihrer Zeit, immerhin hat sie sich ihm ja quasi uneingeschränkt zur Verfügung gestellt.

Selbst der weibliche Orgasmus wird auf die Sekunde genau getimet, und wehe, das freche Gör kommt zwei Sekunden zu früh. Dann gibt es für jede Sekunde mindestens ein Dutzend Rohrstöckschläge - Disziplin muss sein. Und nur der Dom ist Herrscher über die Zeit.

Da die Zeit aber relativ wenig devot veranlagt ist, macht sie dem Dom einmal im Jahr einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Zeitumstellung. Hört sich harmlos an, ist es aber nicht. Denn nun hat Dom eine Stunde mehr, die er perfide verplanen muss. Das größte Problem: Zeitumstellungstage sind wie Hochzeits- oder DaHabenWirUnsKennenGelernt-Tage, der gewöhnliche Mann registriert den ersten Termin, um daraufhin sämtliche folgenden aus seinem Gehirn zu streichen.

Es bedarf einer wiederholten Flut von Hinweisen von Sub, Zeitungen, Radiostationen und Kollegen, damit er die Zeitumstellung nicht gänzlich verpasst.

Das Problem der zusätzlichen Stunde ist damit aber nicht gelöst. Die meisten Doms verschlafen diese Stunde in seeligem Schlummer. Wer schläft, sündigt ja schließlich nicht, sagt eine weises Volksspruchtum. Aber der Dom zieht sich damit aus seiner Verantwortung. Eine Stunde mehr, die einzige Möglichkeit des Jahres, um zu prüfen, ob Sub auch zu 25/7 bereit wäre! Was ja ein eklatanter Unterschied zu 24/7 ist.

Was könnte man alles in einer Stunde machen! 60 Minuten à 60 Sekunden, wenn Dom eine Rohrstockorgie mit einem Hieb pro 10 Sekunden planen würde, käme man... ähm, nein... das hält Dom nicht durch. Praktischer wäre da schon ein quasi einstündiges huldigen lassen mit Füsse lecken und devoter Geistesaufgabe. Oder eine Stunde gefesselt im Treppenhaus. Keine Angst, die Nachbar sind eh am schlafen, weil ignorieren und schlafen die übliche Taktik bei Zeitumstellungen darstellt.

Die Frage ist nur - macht die Sub das mit? 24/7 ist ein definierter Begriff, damit lässt es sich leben. Aber kann Sub mit 25/7 überhaupt etwas anfangen? Ist sie so devot veranlagt, dass sie sogar grenzüberschreitend in Praktiken einwilligt, die nicht definiert sind? Ist 25/7 überhaupt SSC?

Die Problematik bleibt ein weites Experimentierfeld. Niemand wird wissen, wieviele Subs an diesem Tag ihre eigenen Grenzen überschreiten werden, um ihren Doms auch den Wunsch nach 25/7 zu erfüllen. Wieviele Subs werden an dieser Überschreitung der Grenzen zerbrechen? Ist die Zeitumstellung wirklich ein Grund für das Auseinanderbrechen von so vielen Beziehungen?

Den werten Doms sei als Trost gesagt: wer die Qualen des 25/7 erfolgreich durchsteht, erhält dann im März die Belohnung des 23/7.




© Text & Bild 2009 / laica
Autor
Laica
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