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3 Platz im Wettbewerb des Monats zum Thema: Perfekte erste Session

Heimlich unheimlich

Sie lag neben ihm
horchte, wie er regelmäßig atmete.
Sie liebte ihn, schon viele Jahre war sie sich ihres Glücks bewußt.
Und doch
Etwas fehlte, nagte.
Kribbelte in ihr.
Sie hatten schonmal darüber gesprochen
Über ihren Wunsch, mal etwas mehr auszuprobieren
Doch er hatte immer gesagt, man müsse nicht alles in die Tat umsetzen, was das kleine Köpfchen sich so zusammenspinnt.

Eines Tages stolperte sie über eine Anzeige in der Tageszeitung.
„Unterwirf dich mir und ich werde dein Herr sein“
Der Satz ging ihr nicht mehr aus dem Kopf.
Tagelang haderte sie, schrieb eine Mail an die angegebene Adresse und verwarf sie wieder.
Wollte sie doch ihren Mann nicht betrügen.
Doch irgendwann ritt sie der Teufel –klick- raus war die Mail.
Eine Woche lang wartete sie auf Antwort, dann gab sie es auf.
Es hat nicht sollen sein, dachte sie und war zugleich enttäuscht und erleichtert
Dann kam die Antwort.
Immer wieder las sie die Einladung mit den genauen Anweisungen und die Aufforderung, pünktlich zu sein.
Welch Glückes Geschick, dass das Treffen just an einem Wochentag stattfinden sollte, an dem ihr Mann seine monatliche Besprechung in der Firma hatte.
Je näher der Termin heranrückte, desto unruhiger wurde sie.
Eine seltsame Mischung aus Angst und Spannung machte ihr das Denken nahezu unmöglich.
Es war, als würde sie getrieben.
Immer wieder nahm sie den Schlüssel in die Hand, der ihr per Post zugeschickt worden war, die Adresse kannte sie inzwischen auswendig.

Nun kniete sie hier
Angezogen nach seinen Wünschen, auch die Augenbinde hatte sie angelegt.
Sie hörte, wie jemand das Zimmer betrat.
Kein Wort, nur leises Rascheln.
Und ihr eigenes Herz, das so laut in ihren Ohren pochte.
Sie erschrak, als die Eieruhr klingelte.
Das Zeichen, dass sie die Augenbinde abnehmen und wieder gehen dürfe.
Völlig benommen und irritiert ging sie heim.
Nachts konnte sie kaum schlafen
Was war das nur für eine seltsame Geschichte?
Und bildete sie sich das ein, oder war ihr Mann heute Abend wirklich besonders liebevoll gewesen?
Sie beschloss, das Abenteuer zu vergessen und ihr Leben wie gewohnt weiterzuführen.
Doch eine Mail an nächsten Tag sollte alles ändern
"Du warst gehorsam
Gefällst mir
Es könnte etwas werden"

Einen Monat später das nächste Treffen.
Wieder die Augenbinde, wieder das Schweigen.
Doch die Peitsche riss sie mit in eine neue Welt, von der sie bislang nur geträumt hatte
Wieder die Eieruhr.

Noch völlig in Gedanken versunken kam sie heim.
Ihr Mann empfing sie, nahm sie in den Arm
"Lasst uns ins Schlafzimer gehen"
Panik
Was, wenn er etwas merken würde?
Die Spuren entdecken, die auf ihrem Rücken brannten?
Aber sie wollte seine Hände spüren,seine Zärtlichkeit.
Gerade jetzt.
Sie konnte ihn überreden, das Licht zu löschen
Im Kerzenlicht würde er vielleicht nichts erkennen
Es war, alsob sie einander neu entdeckten.

Die Monate vergingen
Ihr Leben war nicht mehr, wie es mal war.
Da war das schlechte Gewissen ihrem Mann gegenüber.
Dem sie nun eindeutig etwas verschwieg und ihn somit auch in gewisser Form betrog.
Da war diese Spannung.
Das Abenteuer mit dem Unbekannten.
Der sie einmal monatlich in das Zimmer bestellte.
Den sie aber niemals zu sehen bekam ,da die Augenbinde zum festen Programm gehörte.
Der sie niemals mit den Händen berührte.
Niemals ein Wort sprach, ihr stattdessen vorher genaue Anweisungen per Mail zukommen ließ

Sie betrat das Restaurant, kurz vor Mittag.
Nannte dem Kellner ihren Namen und wurde zu einem Tisch geführt.
Dort saß sie nun, wartete.
Ohne Augenbinde
Nach nunmehr 2 Jahren würde sie ihn erstmals sehen dürfen.
Seine Stimme hören.

Ein Mann betrat das Lokal.
Ihr Mann.
Sie erstarrte,suchte einen Ausweg.
Nichts zu machen, er hatte sie gesehen und kam näher.
"Darf ich mich zu dir setzen?"
Sie konnte nur nicken.
Warum war er hier?
Wieso hatte er ausgerechnet heute frei? Siedendheiß fiel ihr ein, dass sie heute auch Hochzeitstag hatten. Sie wollte auf der Stelle sterben oder sich zumindest im Nichts auflösen.
Er bestellte Champagner.
Lächelte sie an, hielt ihr das Glas hin.
"Lasst uns anstoßen
Auf unseren Hochzeitstag"
Sie spürte nichts mehr.
Hob das Glas, wie ferngesteuert.
Immer wieder ein ängstlicher Blick zur Tür.
Jeden Augenblick würde der Unbekannte dazukommen.
Ihr gesamtes Leben schoß ihr durch den Kopf, ihre Ehe, ihr Glück, das alles hatte sie verspielt. Ein einziger großer Scherbenhaufen würde davon übrigbleiben.
Was hatte sie nur angerichtet?
"Lasst uns zu Hause feiern, ich habe einiges vorbereitet.
Das Zimmer habe ich übrigens abbestellt, wir brauchen es nicht mehr.
Aber die Augenbinde bleibt
Ich habe mich so daran gewöhnt"
Geschichte
soumse
01.07.25
09:42
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REAL
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Thema: Perfekte erste Session
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