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2 Platz im Wettbewerb des Monats zum Thema: Haarpracht

Haarpracht

Meine Haarpracht ist schnell beschrieben: die Tage, da ich mir den Scheitel mit dem Waschlappen kämmen kann, kommen unaufhaltsam näher. Als Kind hatte ich schöne Haare.
>Tausend Bürstenstriche am Tag und das Haar bleibt gesund!< lautete eine Weisheit meiner Mutter. Jeden Abend bekam ich eine sehr borstige Bürste zu spüren und kann seither jedes Kind gut verstehen, das mütterlichen Weisheiten nicht traut. Meine Oma war viel zartfühlender beim Striegeln. Die konnte das richtig gut! Am Anfang gediehen meine Haare prächtig. Doch schon kurz nach meinen Grundschuljahren war ich endgültig fertig mit dieser ewigen Bürsterei. Als junger Kerl züchtete ich erfolglos an einem Rattenschwänzchen, wie es damals Mode war. Mein Haar war schon immer eher fein und ab 30 fing es langsam an sich zu verabschieden. Haarpracht ist eben eine Sache für sich.
Seit alters her wird volles Haar mit Vitalität gleichgesetzt, mit Stolz, mit Freiheit. Nicht umsonst wird die Schur des Haupthaares nicht nur im SM immer noch als Demütigung eingesetzt. Haare haben auch Magie. Samson verlor seine unglaubliche Körperkraft, als Delilah ihm die Haare schor. Die geliebte HERRIN ist meine Delilah. Sie hat auf einer demütigenden Glatze nie bestanden, es aber wohlwollend unterstützt, als ich sie freiwillig präsentierte. Seither sollen meine Haare nach Möglichkeit nicht mehr länger als 10 mm wachsen. Die Komplizin der HERRIN ist meine Lieblingsfriseurin N.
Die gute N. weiß um meine devote Neigung und genießt es sehr, wenn sie sich tabulos an meinem Kopf austoben darf.
Sie übt fleißig das Einrasieren von kreativen Mustern ganz nach ihren Wünschen und immer öfter mit erkennbarem SM-Bezug. Sie mischt die wildesten Farben an. Meistens so etwas rötliches wie >Lila Pflaume<, >Dunkle Kirsche< >Mahagoni< oder >Granatapfel<.
Die Tage plauderten wir beiläufig über den Christopher-Street-Day. Es tut mir gut bei diesem Fest all das nicht-heterosexuelle in mir frei und unbefangen zu feiern. Jedenfalls freier, als ich es im Alltag je leben könnte.
>Mach das!< lächelt die N. >Aber vorher kommst du zu mir! Ich mixe dir das tuntigste Tuntenrosa, das meine Haarfarben hergeben. Und dann rasiere ich dir einen wundeschönen Regenbogen…< Ihre Stimme vibriert voller Vorfreude und ihre Augen strahlen dazu.
Sie genießt die Freiheiten, die ich ihr lasse sehr. Es ist eine angenehme Abwechslung zum haargenauen Erfüllen von Kundenwünschen.
Ja! Die gute N. ist inzwischen so etwas, wie die Herrin meiner Haare und sie weiß es.
Natürlich bleibt das unser kleines Geheimnis. Alles andere wäre im normalen Salonbetrieb gar nicht umsetzbar. Ich bin schon sehr gespannt welche CSD-Frisur die N. mir wirklich verpasst. Wir werden sehen…
Geschichte
Sklave Lupus
04.04.25
18:11
299
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Thema: Haarpracht
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